Gottesdienst zur Fasnacht in St. Franziskus

12.02.2026 | Traditioneller Fastnachtsgottesdienst begeistert mit humorvoller Unterhaltung, mitreißender Musik und dem Mannheimer Stadtprinzenpaar

Gospelchor „Joyful Voices“
Narretei und Besinnlichkeit gingen am 25. Januar 2026 um 10:11 Uhr in der Kirche St. Franziskus wieder Hand in Hand. Und nach 30 Jahren hat der Gottesdienst zur Fasnacht, früher „Narrengottesdienst“ genannt, wahrlich Kultstatus.
 
Der etwas andere Gospelchor „Joyful Voices“, der bereits seit dem ersten närrischen Gottesdienst im Jahre 1995, sie traten damals noch als „Rotes Mikrofon“ unter der Leitung von Friedemann Stihler auf, sorgten bereits eine halbe Stunde vor Beginn des Gottesdienstes mit einem „Warm-Up“ mit provokanten und modernen Liedern wie „Laut sein“, „Egal“ oder „Uptown Funk“, aber auch Gospels wie „This little light of mine“, oder auch „Days of Elijah“ für Schwung, Frohsinn und mitreißende Stimmung, musikalisch verstärkt von ihrem Chorleiter Andreas Luca Beraldo am Klavier und begleitender Band.
 
Mannheimer Stadtprinzenpaar: Nadine II. (3te v. l.) und Fabian I. (4ter v. l.)
Das Stadtprinzenpaar Nadine II.  und Fabian I. gaben sich an diesem Morgen ebenso die Ehre wie Vertreter des benachbarten Carneval Club Waldhof e.V. (CCW), der Sandhofer Stichlern, des Mannheimer Traditionscorps, der Fröhlich Pfalz, der Spargelstecher zum Teil mit ihren Lieblichkeiten nebst Gefolge. Auch von driwwe (aus der Pfalz) war Besuch da, die Derkemer Grawler.
 
Jörg Riebold übernahm gewohnt locker die Moderation für den musikalischen Teil und Diakon Thomas Friedl von der „Fröhlich Pfalz“ den geistlichen Teil des Gottesdienstes. Verstärkung erhielt Friedl dieses Mal von Lukas Glocker, dem seit dem 1. Januar neuernannten Stadtpfarrer der Großpfarrei St. Sebastian. Pointiert wie immer, egal ob gereimt oder nicht, immer gesellschaftskritisch und närrisch, betonte Friedl in seiner Predigt den freude- und wärmeschaffenden Verdienst von Fasnacht für die Menschen, im kirchlichen Kontext auch Nächstenliebe genannt, malte deren kulturprägende und die gesellschaftliche Ordnung persiflierende Bedeutung aus, kurz in wenigen Worten zusammengefasst bedeute Fasnacht Frieden, Freiheit, Frohsinn, Toleranz. Für alle Anwesenden überraschend gab er das Narrenkreuz, in dessen Namen er nun viele Jahre den geistlichen Teil des närrischen Gottesdienstes übernommen hatte, an die Geistlichkeiten Lukas Glocker und Jörg Riebolt (auch er ist ständiger Diakon im Zivilberuf) weiter. Als Dankeschön für sein jahreslange Engagement erhielt er von allen Standing Ovation und tosenden Applaus.
 
Wie es bei diesem Format an „närrischem“ Gottesdienst seit jeher Brauch ist, waren auch wieder einige „närrische“ Künstler aus der Region zu Gast, denen es eine Ehre ist, hier ohne Gage, sondern für einen guten Zweck für kurze Zeit die Kanzel in eine Bütt zu verwandeln. Neben den immer wieder gern gesehenen Gästen Fasnachtsengel Joküs alias Horst Sieghold und Frl. Baumann alias Dr. Markus Weber erheiterte zusätzlich zum ersten Mal Kättl Feierdaach alias Jutta Hinderberger das anwesende närrische Kirchenvolk.
 
Uwe Grundei betonte einmal mehr, dass solche speziellen Gottesdienste auch einen caritativen Aspekt haben, und zwar anderen Menschen, denen es nicht so gut geht, etwas Gutes zu tun. Dieses Jahr wurde für den Ambulanten Demenzdienst Antonius gesammelt und am Ende des Gottesdienstes konnte er eine wahrlich stolze Kollekte von 1.266 Euro verkünden.
 
Nach den Fürbitten, dem Vater-Unser, dem Segen sowie mit der nicht enden wollenden Hymne „Amen“ mit allen Vertretern der närrischen Zunft und anwesenden Akteuren endete wieder ein bunter und erlebnisreicher Gottesdienst.
 
(Text: Beate Tilg / Fotos: Uwe Grundei)