5.3. Klinikseelsorge

 

Kurzbeschreibung des Arbeitsbereichs 

"Die Sorge der Kirche um die Kranken ist von jeher ein Herzstück christlicher Praxis. Krankenhauseelsorge ist eingebettet in den verschiedenen Feldern" Gesundheit - Heilung - Heil. Das sind von Anfang an zentrale Themen der kirchlichen Arbeit. Die Sorge ("cura") um den kranken Menschen gehört deshalb zu den wesentlichen Aufgaben christlichen Engagements.
Die Sorge um den kranken Menschen darf sich nicht allein auf sein leibliches Wohl beschränken, sondern muss die sozialen, psychischen und spirituellen Bedürfnisse des Kranken im Blick behalten. Hierzu leistet Krankenhausseelsorge einen unverzichtbaren Beitrag im Prozess der Heilung.“
Neben dem kranken Menschen gilt das Angebot auch den Angehörigen/Zugehörigen, die durch die Situation von Diagnose, Therapie und den Folgen ebenso herausgefordert sind.
Ebenso gehört die Seelsorge für die Mitarbeitenden in den unterschiedlichen Berufsgruppe zur Aufgabe der Klinikseelsorge.
Das Angebot der Klinikseelsorge richtet sich an alle – Patienten/Patientinnen, Angehörige/Zugehörige, Mitarbeitende der Kliniken – unabhängig von Konfession, Religion oder Weltanschauung. Die katholische Klinikseelsorge ist an 365 Tagen rund um die Uhr erreichbar, sei es durch die Präsenz vor Ort oder die entsprechende Rufbereitschaft in der Nacht.
Die Hauptbereiche, in denen Seelsorge geschieht, sind das Gespräch und die vertrauten liturgischen Handlungen. Ein wichtiger Aspekt ist dabei auch die Feier der öffentlichen Gottesdienste (Eucharistiefeiern, Wortgottesdienste, Gedenkgottesdienste für die verstorbenen Patienten/Patientinnen), zu denen nicht nur die Patienten/Patientinnen und Mitarbeitende der Kliniken eingeladen sind, sondern auch Menschen von außerhalb, die betend die Situation der Menschen in den Kliniken mittragen
Die Klinikseelsorge arbeitet in ökumenischer Verbundenheit auf der Basis der entsprechenden Vereinbarungen des Erzbistums Freiburg und der Evangelischen Landeskirche Baden 

Bezug zum Zukunftsbild Stadtkirche herstellen

 „Grundlage der ökumenischen Zusammenarbeit ist die Rahmenvereinbarung der ökumenischen Partnerschaft zwischen der Evangelischen Kirche in Mannheim und dem Katholischen Stadtdekanat Mannheim, die kontinuierlich fortgeschrieben wird.“  (Konkret im Fall der Klinikseelsorge: Ökumenische Rahmenvereinbarung für Klinikseelsorge)
„Die Stadtkirche ist vernetzt mit Akteuren außerhalb der katholischen Kirche und erschließt sich so andere Lebensorte, an denen sie bisher nicht oder nur in geringem Umfang präsent ist. Sie ist sowohl missionarisch als auch caritativ tätig.“ Dies gilt in besonderer Weise für die unterschiedlichen Akteure im Gesundheitswesen, Klinikleitungen, SAPV-Teams, Interdisziplinäre Zusammenarbeit in den Kliniken, Teilnahme an entsprechenden Sitzungen uvm..
„Die Stadtkirche orientiert sich mit ihren Angeboten an den Bedürfnissen der Menschen. Lebensphasen und -formen, Herkunft, Alter, Milieu und Themen werden berücksichtigt.“ „Die Akteure der Stadtkirche gehen an die Orte, an denen sich die jeweiligen Zielgruppen aufhalten. Insbesondere macht sie sich stark für Arme, Benachteiligte und Hilfsbedürftige und setzt sich für diese ein.“
Gerade im Bereich der Klinikseelsorge ist die Kirche als eine aufsuchende Kirche präsent, die aktiv auf die Menschen zugeht. Dabei erfüllt sie ein zentrales Anliegen der Stadtkirche in ihrer Sendung zu den Kranken, dein Einsamen und Notleidenden
„Die Stadtkirche Mannheim ist eine dienende Kirche vorrangig an der Seite der Armen, Benachteiligten und Hilfsbedürftigen.“
„Sie (die Stadtkirche) ist auf dem Gebiet des Stadtdekanats zentral und dezentral öffentlich präsent und bietet eine verlässliche Erreichbarkeit.“ Dies gewährleistet sie Klinikseelsorge für ihren Bereich durch die Präsenz vor Ort und ihre 24 Stunden Rufbereitschaft an jedem Tag des Jahres.

Aktuelle Ausgangssituation

Die Klinikseelsorge ist eingeordnet in das kath. Dekanat Mannheim unter der Verantwortung des Dekans. Die Leitung der Klinikseelsorge ist delegiert an Pfr. Andreas Ihle von der UMM (Städtischem Krankenhaus). 
Die Büros in den Kliniken, die Kapellen und weiter Räume sowie die technische Ausstattung werden von den Trägern der Kliniken gestellt. Die Kapellen werden ökumenisch genutzt und der laufende Unterhalt in der Regel ökumenisch finanziert.

Ziele / Zielgruppe

Da das Angebot der Klinikseelsorge, neben den sakramentalen und liturgischen Angeboten, vor allem eine zeitintensives Gesprächsangebot ist, muss auch in Zukunft ein entsprechendes, ausreichendes personelles Angebot ermöglicht werden. 

Inhalte/ Tätigkeiten/ Maßnahmen, die sich aus den Zielen ergeben

Eine gute und zukunftsfähige Personalplanung ist wichtig, die auch eine entsprechende Besetzung der Stellen im Hinblick auf den Anteil männlich/weiblich in den Blick nimmt.

Bedarf an Räumlichkeiten

Die Räumlichkeiten – Büros, Gesprächsmöglichkeiten, Gottesdiensträume - und die technische Ausstattung muss von den jeweiligen Kliniken gestellt werden und sind in den Mannheimer Kliniken meist ausreichend vorhanden

Personelle Ressourcen (haupt- und ehrenamtlich)

Hauptamtliche Stellen sollen vom Dienstgeber nicht gekürzt werden. Im Hinblick auf die Erweiterung der Bettenzahlen im ZI (Zentralinstitut für seelische Gesundheit) sollte an eine entsprechende Anpassung des Deputats gedacht werden. Ehrenamtlich Engagierte gibt es in der Klinikseelsorge. Hinzu kommen ehrenamtliche SeelsorgerInnen in zwei der vier Einrichtungen. Dies Engagement soll ausgebaut werden aufgrund der Bedarfssituation

Finanzielle Ressourcen

Sind derzeit ausreichend.
 

Kennzahlen der Kliniken in Mannheim

Universitätsmedizin Mannheim (UMM)
Kliniken                        21
Mitarbeitende                4.481    (plus 938 medizinische Fakultät)
Bettenzahl                    1352
Patienten
            Stationär             44.686
            Ambulant          168.816
Seelsorgestellen katholisch: ca. 330%
 
Zentralinstitut für seelische Gesundheit (ZI)
Kliniken                        6 (plus spezielle Angebote/Kompetenzzentren)
Mitarbeitende                1441
Bettenzahl                    380
Patienten
            Stationär           4.080
            Ambulant          11.440
Seelsorgestellen katholisch: 50% 
 
Theresienkrankhaus BBT-Gruppe (TKH)
Kliniken                        12 (plus Kompetenzzentren)
Mitarbeitende                1500
Bettenzahl                    530
Patienten
            Stationär           25.000
            Ambulant          40.000
Seelsorgestellen katholisch: 50% (plus 125% durch den Träger angestellt)
 
Diako Mannheim der BBT-Gruppe (DIAKO)
Kliniken                        10 (plus Kompetenzzentren)
Mitarbeitende                1000
Bettenzahl                    407 (plus 66 Betten Rehageriatrie)
Patienten
            Stationär           14.901
            Ambulant          19.722
Seelsorgestellen katholisch: 100%
 
Insgesamt:
Mitarbeitende:               9.360
Betten:                         2.735
Patienten:
            Stationär             88.667
            Ambulant          239.978
Seelsorgestellen katholisch:  530%