7.6. Weltkirchliches Engagement/ Perupartnerschaften
Die Perupartnerschaft in Mannheim
Eingabe zum Forum Pastoralplan Mannheim am 3.5. 2023
Im Stadtdekanat Mannheim gab es in insgesamt 11 Pfarreien eine Partnerschaft mit Pfarreien in Peru. Einige dieser Verbindungen sind bedingt durch die Altersstruktur ihrer Mitglieder nicht mehr aktiv oder haben ihre Partnerschaft beendet. Dennoch gibt es aktuell noch 6 aktive Partnerschaftskontakte nach Peru. In den Pastoralen Leitlinien der Erzdiözese Freiburg von 2017 wurde die Bedeutsamkeit von Weltkirche und Partnerschaft für das pastorale Handeln der Erzdiözese Freiburg besonders herausgestellt: „Viele Pfarreien und Einrichtungen der Erzdiözese stehen in einem lebendigen Austausch mit Gemeinden und Institutionen in anderen Ländern. Ein besonderer Ausdruck der weltweiten Vernetzung ist vor allem die langjährige Partnerschaft der Erzdiözese mit der Kirche in Peru. Gerade sie zeigt: Weltkirche zu sein bedeutet, eine Gebets-,Lern- und Solidargemeinschaft zu sein“ (Diözesane Leitlinien 2017, S.48).
In einer Zukunftskonzeption für die Kirche in Mannheim gilt es, diesen Schatz zu bewahren und ihn weder inhaltlich noch personell in Vergessenheit geraten zu lassen. In einer Welt, die zusehends von globalen Krisen und Herausforderungen geprägt ist, hat die Kirche auch den besonderen Auftrag, die globale Verantwortung in der einen Welt zu fördern und zu stärken, wie es Papst Franziskus in seinen Enzykliken „Laudato sí“ und „Fratelli Tutti“ anspricht, wenn er vom „Schutz des gemeinsamen Hauses“, von „samaritanischer Kirche“ oder „politischer Liebe“ spricht. Gerade die langjährige Arbeit und Beziehung zu unseren Schwestern und Brüdern in Peru setzen diese Herausforderungen stets in Realität um und haben unseren Blick für globale Herausforderungen geschärft. In den früheren Pfarrgemeinderäten kümmerte sich der Ausschuss „Mission-Entwicklung-Frieden“ um diese Themen.
In der neuen Konzeption sollten diese Bereiche und Anliegen auf jeden Fall ihren Platz finden. Sei es, dass sie an einen bestehenden Ort andocken. Dies könnte z. B. SanctClara sein, wo weltkirchliche Themen auch bisher ihren Platz fanden. Oder sei es, dass sie einen neuen Ort in der Pfarrei finden. Es geht immer darum, die Zusammenarbeit in Bereichen der Weltkirche und Partnerschaft zu vernetzen und zu koordinieren. Neben den Kampagnen der weltkirchlichen Hilfswerke könnten von dort auch bestehende weltkirchliche Aktivitäten wie z. B. der Weltgebetstag der Frauen und die Sternsingeraktion begleitet und vertieft werden. Das hätte zudem den Vorteil, existierende Gruppen miteinander in Verbindung zu setzen und damit die Zusammenarbeit auch an Orte zu bringen, in der sie bis jetzt weniger praktiziert wurden und bekannt waren.
Dazu ist es nötig,
- die Bereiche „Weltkirche und Partnerschaft“ in der Großpfarrei zu verankern,
- Multiplikator*innen einzusetzen und zu qualifizieren,
- die Arbeit bestehender Partnerschaftsgruppen und Eine-Welt-Gruppen anzuerkennen und zu koordinieren,
- finanzielle Mittel für Vernetzung, Koordination und Bildung bereitzustellen,
- die Arbeit regelmäßig zu evaluieren.
Thomas Schmidl
Mitglied der Bischöflichen Perukommission der Erzdiözese Freiburg und des Ausschusses „Weltkirche und Partnerschaft“ des Diözesanrats; aktiv in den Peru- Partnerschaftsgruppen des BDKJ Mannheim mit Lima und St. Elisabeth mit Ica
